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Veröffentlicht 2026-04-01

Säulenwagen oder Korpuswagen? So wählen Sie

Säulenwagen oder Korpuswagen — diese Entscheidung bestimmt, wie viel ein mobiler Arbeitsplatz mitnehmen kann und wo er noch hineinpasst. Der Leitfaden vergleicht beide Bauformen und ordnet die Modelle ein.

Zwei Bauformen, zwei Aufgaben

Ein Säulenwagen besteht im Kern aus einer höhenverstellbaren Säule, die Monitor, All-in-One-Panel-PC oder Laptop trägt, dazu kommt ein Tastaturauszug. Er ist für Dokumentation und Bildschirmarbeit gebaut: hinstellen, Höhe für Sitzen oder Stehen einstellen, Daten erfassen, weiterfahren. Ein Technikfach für Fat- oder Thin-Client und eine Ablagefläche gehören dazu, Stauraum im eigentlichen Sinn nicht. Ein Korpuswagen ergänzt unter der Arbeitsfläche einen Schrankteil. Schubladen, Fächer, ISO-Module und abschließbare Bereiche fahren mit, sodass Material, Verbrauchsgüter, Medikamente oder ein Etikettendrucker an Bord bleiben. Auf der Station ist das der Pflege- oder Medikamentenwagen, im Wareneingang der Arbeitsplatz, der Drucker und Etiketten gleich mitbringt.

Stellfläche und Wendigkeit

Säulenwagen brauchen wenig Stellfläche und bleiben in Fluren, Patientenzimmern und engen Gängen wendig. Der EasyCart läuft auf Doppellenkrollen mit Bremsen, Ø 100 mm, optional Ø 125 mm; VexioCart und ProCart fahren auf Ø 125 mm. Korpuswagen sind naturgemäß breiter — allein der BaseCart ist in Wagenbreiten von 50 bis 90 cm erhältlich — und brauchen mehr Platz zum Rangieren und Abstellen. Auch das Gewicht zählt: Der AluCart nutzt leichte, eloxierte Aluminiumprofile auf ZARGES-Chassis und lässt sich entsprechend leicht schieben, während der SilentCart in Sandwich-Bauweise gefertigt ist und dadurch extrem leise bleibt — wichtig überall dort, wo Geräusche stören.

Traglast und Halterungen

Bei der Monitorbefestigung unterscheiden sich die Familien am deutlichsten. Der EasyCart trägt eine neig- und drehbare VESA-Halterung bis 11 kg. VexioCart und ProCart nutzen eine federunterstützte VESA-75/100-Halterung, neigbar ±20°, bis 14 kg; das ProCart-Chassis ist insgesamt bis 80 kg belastbar. Auf Korpuswagen sitzt der Bildschirm an einem dreh- und neigbaren Lift-Arm, VESA 75/100, bei BaseCart und NovoCart bis 8 kg — genug für einen Standardmonitor, schwerere Aufbauten gehören an eine Säule. Die Kabelführung ist eine Stärke der Säulenwagen: Der VexioCart verbirgt die Kabelkette in der Säule, der ProCart führt Daten- und Netzleitungen getrennt und verriegelt den Zugriff auf das Kabelmanagement. Ausstatten lässt sich jeder Wagen mit True-Flat-Monitor mit Schutzglas in 24″, 27″ oder 32″, desinfizierbaren Eingabegeräten, Handscannern und wahlweise lean LiFePO4-Stromversorgung oder All-in-One-Panel-PC mit Wechselakkus.

Die Säulenwagen

Der EasyCart ist der schlanke, wendige Einstieg: kleiner Footprint, stufenlose Höhenverstellung per Gasdruckfeder, Ablagefläche mit Technikfach für Laptop oder Client. Der VexioCart bleibt schlank, bietet aber mehr Stabilität und Traglast sowie eine Standsäule, die sich jederzeit mit Zubehör nachrüsten lässt, etwa mit ClientBox und Schubladen, auf einem Druckguss-Aluminium-Chassis des deutschen Herstellers iTD. Der ProCart ist der Kabelspezialist: Seine Tragsäule führt Daten- und Netzleitungen getrennt in einer integrierten Kabelkette, Gummilippe und Abdeckkappe halten den Zugriff schnell und verriegelbar.

Die Korpuswagen

Der BaseCart steht auf erprobten Aluminium-Chassis von Optiplan und deckt vom kompakten Hybridwagen bis zum großen Fassungsvermögen mit Hängeregistern und Schubfächern in Wunschhöhe alles ab. Der AluCart auf ZARGES-Chassis lässt sich ohne Werkzeug umkonfigurieren, wenn sich der Arbeitsablauf ändert, in drei Größen: 5055A, 7055A und 9055A. Der SilentCart, basierend auf Funktions- und ISO-Wagen von Schmitz u. Söhne, ist der Leiseste, mit keimtötender Farbbeschichtung und staubdichten Gummidichtungen an Schubfächern und Türen, in den Größen 5060S, 7060S und 8060S. Der NovoCart nutzt die robuste Novocal-Konstruktion mit melaminharzbeschichtetem E1-Korpus und glatten, leicht zu reinigenden Oberflächen. Der HinzCart ist der hochgradig individualisierbare Mehrzweckwagen — mit platzsparender Jalousie, verschiedenen, auch elektronischen Schließsystemen, gefertigt in Deutschland und größtenteils aus nachwachsenden Rohstoffen.

XL-Varianten und kurze Checkliste

Alle drei Säulenwagen gibt es als XL-Version. XL bedeutet breiterer Tastatur- beziehungsweise Komfortauszug und größere Arbeitsfläche — beim EasyCart XL eine große HPL-Arbeitsplatte, beim VexioCart XL zusätzlich Rollen mit Ø 125 mm. XL lohnt sich, wenn neben der Tastatur Papier, ein zweites Gerät oder Handschuhe Platz brauchen; bleiben Sie bei der Standardbreite, wenn der Wagen durch volle Räume muss. Danach helfen fünf Fragen. Muss Material mitfahren oder reichen Bildschirm und Tastatur? Wie breit ist die engste Tür oder Gasse auf der Route? Wie schwer sind Monitor und Client zusammen? Muss der Wagen leise, desinfizierbar oder abschließbar sein? Und läuft er eine ganze Schicht auf Akku, oder ist immer eine Steckdose in der Nähe? Die Antworten führen meist auf eine Familie und zwei, drei Modelle — eine gute Grundlage für einen Testwagen.

Kurz gefasst

  • Säulenwagen für Dokumentation und Bildschirmarbeit, Korpuswagen, wenn Material, Medikamente oder ein Drucker mitfahren.
  • Säulenwagen tragen schwerere Bildschirme (bis 14 kg bei VexioCart und ProCart) als die Lift-Arme der Korpuswagen (bis 8 kg).
  • Korpuswagen brauchen mehr Stellfläche — allein der BaseCart reicht von 50 bis 90 cm Wagenbreite.
  • XL-Varianten bringen breiteren Auszug und größere Arbeitsfläche bei EasyCart, VexioCart und ProCart.
  • Auswahl auf zwei bis drei Modelle eingrenzen und diese im echten Betrieb testen.

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